Zurück in der Schule (3): Mein Kind wird gemobbt – was tun?

Jedes zehnte Kind wird einmal in seiner Schulkarriere zu Opfer von Mobbing. Die Chancen, dass ihm jemand hilft, sind gering. Doch wer die Zeichen erkennt, kann frühzeitig helfen und vorbeugen.
Mobbing an Schulen ist nicht umsonst ein Reizthema. Die periodisch publizierten Zahlen sind erschreckend. Studien gehen davon aus, dass jeder zehnte Schüler von Kolleginnen und Kollegen regelmäßig schikaniert oder körperlich attackiert wird. Ein Viertel aller Jugendlichen ist zumindest einmal innerhalb der Schulkarriere ein potenzielles Mobbing-Opfer.
Ist Mobbing an der Schule daher ein Breitenphänomen? Nein, es war schon immer da. Es gibt weder typische Täter-, noch typische Opfer-Profile. Und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sie gar nichts davon erfahren, wenn Ihr Kind in der Schule gemobbt wird.
Die Wikipedia definiert Mobbing folgendermaßen:
“Unter Mobbing in der Schule (auch: Bullying) versteht man ein gegen Schüler gerichtetes Gemeinsein, Ärgern, Angreifen, Schikanieren und Sekkieren.”
Mobbing erfolgt daher körperlich wie psychologisch. Es wird nicht durch tätliche Angriffe gemobbt, sondern auch der Selbstwert und die soziale Integration des Opfers werden angegriffen. Es wird beschimpft und angeschrien. Es werden Gerüchte verbreitet. Man macht sich übers Opfer lustig. Niemand redet mit ihm. Niemand hört ihm zu.
Mobbing ist für die Betroffenen die Hölle auf Erden.
Die Hälften der betroffenen Kinder erzählen trotzdem niemandem von ihrem Schicksal. Doch nicht nur Eltern sind unterinformiert, sondern auch Lehrer: Sie greifen daher viel zu selten ein.
Warum Erwachsene nicht – oder nur sehr spät – von Mobbinghandlungen erfahren, hat mit Angst und Schamgefühl der Opfer zu tun. Sie fürchten, dass ihnen niemand glaubt und wollen nicht als Petzen gelten. Sie fürchten, dass sich ihre Situation noch verschlimmern könnte. Und sie gehen oftmals davon aus, dass ihre Situation ohnehin ausweglos ist.
Es sind daher oft nur Indizien, die andeuten, dass ein Kind in der Schule gemobbt wird. Zu typischen Erkennungszeichen gehören:
- Verunsicherung, Angst- und Zwangssymtome
- Depressive Symtome
- Appetitstörungen
- Isolation und Einsamkeit
- Minderwertigkeitsgefühle
- Negatives Selbstbild
- Chronische Bauchschmerzen
- Chronische Kopfschmerzen
- Atemnotanfälle
- Schwindel
- Herzrasen
- Schweißausbrüche
- Übelkeit
- Erbrechen
- Anorexia nervosa
- Bulimie
Was tun, wenn ein Kind in der Schule gemobbt wird?
Wenn Ihr Kind in der Schule gemobbt wird, müssen Sie ihm zuallererst vermitteln, dass es nicht allein ist. Dass Sie hinter ihm stehen. Und dass Sie das Problem mit dem Kind gemeinsam lösen wollen. Schließlich sollen nicht auch noch die Eltern dem Opfer das Gefühl geben, dass es ein Versager ist.
Um frühzeitig zu erkennen, dass Ihr Kind in der Schule gemobbt wird, ist es wichtig, dass Eltern die täglichen Ereignisse in der mit ihren Kindern besprechen. Wer Interesse am Alltag seiner Kinder zeigt, kann auch deren versteckte Hilferufe früher erkennen.
Jedes Kind braucht Freunde
Abgesehen davon sind Freunde die beste Versicherung gegen Mobbing und Ausgrenzung. Daher ist es wichtig, die Kinder bei der Pflege von sozialen Kontakten zu unterstützen. Auch Vereinsleben und sportlich Aktivitäten in der Gruppe fördern Freundschaften und stärken das Selbstwertgefühl des Kindes.
Überhaupt, das Selbstwertgefühl. Das lässt sich durch gezieltes und konkretes Lob und Unterstützung entscheidend beeinflussen.
Besonders wichtig: Um im Falle des Falles aktiv zu werden, hilft ein gutes Verhältnis zu den Lehrern und anderen Eltern. Der lässt sich mit etwas Engagement leicht herstellen. Dieses Netzwerk ist im Falle von Schwierigkeiten sehr hilfreich. Und vor allem: Mobbing in der Schule lässt sich immer am besten gemeinsam bekämpfen.
Bisher erschienene Artikel aus dieser Serie:
Zurück in der Schule (1): Wie man ein gutes Verhältnis zu Lehrern aufbaut
Zurück in der Schule (2): Wie man Kindern die Angst vor der Schule nimmt




Es ist schon erstaunlich und erschreckend welchen Einfluss Mobbing auf Kinder hat. Vor allem bekommen Eltern zu wenig was mit aber das dadurch auch so schlimme Krankheiten wie Bolemie oder auch selbstverletzendes Verhalten entstehen kann ist sehr traurig und sollte doch zu einem Umdenken in der Beziehung zwischen Lehrern und Schülern geben. In manchen Schulen gab es bereits den ersten Schritt und es wurden “Vertrauenslehrer” eingestellt. Ich weiss nicht ob das jetzt schon in vielen anderen Schulen eingeführt worden ist aber es ist ein guter Weg.
ich werde gemobbt und halte dass nicht mehr lange aus , ich habe keinen spass mehr am leben , meine noten sind schon lange abgerutscht , alles ist fuchtbar ! was soll ich tun ???
bitte helft mir !!! danke !
Fernhilfe ist leider nicht möglich. Und wir sind auch gar nicht die richtigen Ansprechpartner. Sprich doch einmal mit deinen Eltern darüber, Alison.
Die Elternhelfer