Steiermark: Kindergarten kostet wieder

| 9. Mrz. 2011 | Kommentare (0)

Besser verdienende Eltern in der Steiermark werden in Zukunft wieder für den Kindergarten zahlen müssen.

Der „Meilenstein Gratiskindergarten“ (Volkshilfechef Franz Ferner) hielt sich drei Jahre, nun bröckelt er in der Steiermark. An der „Feinabstimmung“ wird laut Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann noch gefeilt, aber generell wird es für Steirer so aussehen: Ehepaare, die über dem Durchschnittseinkommen verdienen, werden in Zukunft wieder die vollen Kindergartenkosten tragen – 200 Euro pro Kind. Darunter wird sozial gestaffelt.

Und so wird es in Zukunft aussehen:

* Nichts zahlen Familien, deren Nettoeinkommen unter 1500 Euro liegt.

* Wer zwischen 1500 und 2000 Euro verdient, wird zwischen 40 und 120 Euro für einen Ganztagsplatz, zwischen 24 und 72 Euro für einen Halbtagsplatz einplanen müssen.

*Wer bis zu 2500 Euro netto verdient, zahlt 140-200 Euro (Ganztag) bzw 84-120 Euro (Halbtag).

* Alle anderen zahlen den Höchsttarif (200 Euro)

Nicht gestaffelt wird bei der Kinderzahl. Wer mehr Kinder hat, zahlt entsprechend mehr. Nicht als Einkommen zählen Familienbeihilfe, 13. und 14. Gehalt, Wohnbeihilfe, Kilometergeld usw.

Auch vor Einführung des Gratiskindergartens vor drei Jahren wurde sozial gestaffelt. Allerdings stieg der Mittelstand damals wesentlich besser aus als bei der aktuellen Variante.

Auch Kärnten, Pionier des Gratiskindergartens, will nun wegen der Hypobedingten Budgetmisere gestaffelte Kindergartentarife einsetzen. In den restlichen Bundesländern bleibt die Lage vorerst wie gehabt.

Bundesweit gab es 2010 rund 214 000 3-5jährige, die eine Kinderbetreuungsstätte besuchten, sowie 37 000 Kinder unter drei Jahren. Die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern sieht vor, dass der Kindergarten im Vorschuljahr ab 2010 halbtags gratis sein muss.

Die steirische Entscheidung wurde von Opposition und anderen Interessensgruppen heftig kritisiert. Wieder einmal werde eine Wirtschaftskrise „auf Kosten der einfachen Leute saniert“, meinte Volkshilfe-Chef Franz Werner. Die Armutskonferenz richtet sich mit einem „Kein Sparen bei Kindern“-Appell an die Bundesländer: „Investition im frühkindlichen Bereich zahlt sich am meisten aus“, hieß es dort.

Report: Gratis-Kindergarten: Opposition zeigt sich empört

Foto: Kindergarten Klassenzimmer by barron. Lizenz CC BY-ND 2.0

 

 

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