Meningokokken: Impfen schützt vor einer Infektion

| 17. Mrz. 2011 | Kommentare (4)

Nach dem Tod eines 16-jährigen Schülers aus Schleswig-Holstein infolge einer Meningokokken-Infektion empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln, ungeimpfte Kinder und Jugendliche nachträglich impfen zu lassen.

Im Vorjahr wurden in Österreich 80 laborbestätigte Fälle einer Meningokokken-Infektion gemeldet, wovon zehn PatientInnen verstarben, heißt es im Jahresbericht 2010 der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Graz. Für 31,3 % der Erkrankungsfälle waren C-Meningokokken verantwortlich. Vier von diesen zehn Todesfällen verstarben infolge dieser C-Meningokokken und waren Kinder unter 4 Jahren. Gegen diesen Serotypen gibt es längst die Möglichkeit einer Impfung.

Eine Meningokokken-Infektion führt zu schweren Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. “Bricht die Meningokokken-Erkrankung bei einem Menschen aus, führt dies innerhalb weniger Stunden zum Tod oder zu schweren Folgeschäden”, erklärt die “Initiative Meningokokken”.

Diagnose und Symptome

Eine Früherkennung der Krankheit kann lebensrettend sein, doch die Diagnose ist nicht immer einfach, da sie wie eine Erkältung bzw. Grippe beginnt. Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Gelenks- und Muskelschmerzen, rasch ansteigendes Fieber, Schüttelfrost. Kleinstkinder weisen nicht immer alle klassischen Symptome auf, wodurch die Früherkennung erschwert wird.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin empfiehlt, Kinder im zweiten Lebensjahr gegen den besonders gefährlichen Serotyp C impfen zu lassen. Zwar gibt es gegen B-Meningokokken noch keine Impfung, doch gegen die besonders aggressiven C-Meningokokken können durch Impfung Krankheitsfälle vermieden werden. In den mittel- und westeuropäischen Ländern sind für fast alle Erkrankungsfälle B- und C-Meningokokken verantwortlich. Deshalb wird empfohlen, die Möglichkeit einer Impfung gegen C-Meningokokken zu nutzen.

Foto: © seedo / www.pixelio.de

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