Was ist Montessori-Pädagogik?

| 6. Mrz. 2011 | Kommentare (2)

„Hilf mir, es selbst zu tun.“ Dieser von einem Kind ausgesprochene Satz wurde zum Leitbild der Montessori-Pädagogik und durchzieht sie als roter Faden.

Montessori-Pädagogik hat Selbsttätigkeit als Prinzip. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass niemand für das Kind lernen kann, so wie auch niemand für das Kind wachsen kann. Das Kind soll für seine Entwicklung Gelegenheit haben, möglichst viel selbst zu tun, alles in sich aufzunehmen und zu „begreifen“. Entwicklungsvorgänge sind nach Montessori also nicht bloße Reifungsvorgänge, sondern vom Kind individuell zu leistende Handlungsvollzüge. Das Kind muss Gelegenheit haben, selbst aktiv zu sein. Die Montessoripädagogik geht auf Maria Montessori zurück, die ab 1907 das pädagogische Bildungskonzept zuerst mit Kindern in Nervenheilanstalten und spätern an Schulen entwickelte.

Montessoi betrachtet eine nach ihren Grundsätzen „vorbereitete Umgebung“ als Voraussetzung dafür, dass Kinder im Rahmen der Freiarbeit für ihre Entwicklung selbsttätig sorgen können.

Die „vorbereitete Umgebung“ definiert sie so:

  • die „angenehme Umgebung“, einen weißen, sauberen, sonnigen Raum;
  • Mobiliar, das auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist;
  • eine Umgebung, in der die Kinder keine Beschränkung empfinden;
  • eine Situation „intellektueller Ruhe“;
  • für die Erziehung der Sinne förderliches Material.

Geleitet vom Prinzip der Selbsttätigkeit entscheiden die Kinder in der „vorbereiteten“ Umgebung sowohl im Kinderhaus (Anm.: Kinder von ca. drei bis sechs Jahren) als auch in der Schule selbst, welche Spiel-, Lern- und Arbeitsangebote sie annehmen, welcher Aufgabe sie sich innerhalb welchen Zeitrahmens zuwenden, mit wem sie zusammenarbeiten und wo sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten.

Für all diese Entscheidungen sind Absprachen der Kinder nötig. Somit werden die sozialen Prozesse, die zur Regelung der Freiarbeit notwendig sind, zum integrativen Bestandteil der Entwicklungsarbeit.

Die Angebote der „vorbereiteten Umgebung“ orientieren sich an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Dies setzt eine genaue Beobachtung der Kinder, eine differenzierte Auswertung der Beobachtungen und eine sich daraus ergebende pädagogische Umsetzung voraus.

Durch speziell entwickeltes Material versucht Montessori ein den kindlichen Bedürfnissen adäquates Lernumfeld zu schaffen.

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Kommentare (2)

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  1. koma1980 sagt:

    Sehr gut erklährt. Infos und aktuelles über Montessori findet Ihr hier auch: http://montessori-live.blogspot.com/.

  2. Tanja sagt:

    Ich hatte bisher ein eher schlechtes Bild von Montessori, muss aber sagen, dass sich dieses seit meinem Ausbildungsbeginn zur VS-Lehrerin verbessert hat. Der Artikel fasst das Leitziel und die Einstellung der Montessori-Pädagogik gut zusammen. Es wird auch gut auf den sozialen Prozess hingewiesen :)

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