Frühförderung zahlt sich aus

Kinder gehören schon früh gefördert. Das nutzt der Gesellschaft und dem Wohlstand, weiß Verhaltensökonom Ernst Fehr.
Um das Thema frühkindliche Bildung ranken sich viele Mythen und ideologisch verbrämte Halbwahrheiten. Dabei wäre es so einfach: Wer Kinder früh fördert, schafft nicht nur soziale Gerechtigkeit – Frühförderung ist sogar sehr ertragreich.
Das erzählt zumindest die schweizerische Tageszeitung NZZ in einem Text über die Forschungen des renommierten Wirtschaftswissenschaftlers Ernst Fehr. Fehr, als Verhaltensökonom Spezialist für das wirtschaftliche Entscheidungsverhalten, ist überzeugt: Frühkindliche Förderung sorgt langfristig für eine nachhaltige Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP).
Wer Kinder früh fördert, sichert langfristig den Wohlstand
Grund zu dieser Annahme geben ihm harte wissenschaftliche Fakten und Daten, etwa aus dem “Perry Preschool Program”, einer Langzeitstudie an 123 afroamerikanischen Kindern in den USA während der 60er-Jahre. Die daran teilnehmenden Kinder stammten aus armen Verhältnissen und waren drei Jahre alt. Sie wurden täglich zweineinhalb Stunden gezielt gefördert.
Danach wurde das Leben der 123 Kinder 40 Jahre lang weiter verfolgt. Resultat: Anders als in der nicht speziell geförderten Kontrollgruppe verdienten sie später mehr und wurden seltener kriminell.
Früh geförderte Kinder sind motivierter und haben mehr Selbstvertrauen
Ernst Fehrs Fazit: Frühförderung zahlt sich aus – viel mehr als bisher übliche Maßnahmen wie kleinere Schulklassen oder Nachhilfeunterricht. Vor allem die nichtkognitiven Fähigkeiten werden von der frühkindlichen Förderung geformt. Selbstkontrolle, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und Motivation sind bei früh geförderten Kindern weitaus stärker ausgeprägt.
Die Elternhelfer sagen: Ernst Fehrs Forschung ist klares Bekenntnis zu kindlicher Frühförderung und damit ein Schritt in die richtige Richtung. Dehnen wir doch die Bildungsjahre unserer Kinder wirklich aus wie von Fehr gefordert: nach vorne.
NZZ | So viel Rendite bringt ein Kind: Der wirtschaftliche Nutzen frühkindlicher Förderung
Foto: Lars Plougmann, Lizenz: CC BY-SA 2.0




[...] Dreirad trainiert, die Bewegungsabläufe wie Lenken, Bremsen und Treten werden ebenfalls trainiert. Fördern Sie Ihre Kinder, aber überfordern Sie Ihre Kinder nicht – einem festen Trainingsplan zu folgen macht dabei [...]
Die im Text erwähnte Studie belegt lediglich, dass Kinder, mit denen man sich täglich zweieinhalb Stunden lang befasst, eine größere Chance auf ein besseres Leben (weniger Kriminalität, bessere Jobs) haben. Frühförderung im Sinne von sich mit Kindern beschäftigen – super. Frühförderung im Sinne davon, Dreijährigen schon alles mögliche beibringen zu wollen, damit der eigene Sprößling in der Volksschule einen Vorsprung vor den anderen Knirpsen (“Konkurrenten”) hat, dient wohl nur dem Ego der Eltern und ist für Kinder eher schädlich.